Vorwort des Autorenpaares:
Es läuft eigentlich immer wie folgt ab: Wir knipsen viele Bilder mit der Kamera, die wir danach auf das iPad überspielen. Später treffen wir die erste Auswahl der Bilder, die behalten werden und derer, die gelöscht werden. Aus diesen wiederum suchen wir die interessantesten und besten Fotos für diesen Blog aus.
Allein in Bac Ha machten wir 450 Bilder, die alle so wertvoll für uns sind, dass wir es nur mit großer Mühe schafften die hier sichtbaren Fotos auszuwählen.
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Das im Reiseführer angepriesene Hotel erwartet 20 US-Dollar (die zweite Währung in Vietnam) für die Nacht und so finden wir drei Hotels und einige harte Verhandlungen später eine Unterkunft für nur neun Dollar in Bac Ha.
Es ist Sonntag und in der kleinen Stadt ist wie jeden Sonntag die Hölle los: die Menschen aus der Umgebung kommen zusammen, kaufen und verkaufen auf dem hiesigem Markt Ihre Waren, essen gemeinsam Seite an Seite und finden dort vielleicht ihren Partner für’s Leben. Der Markt ist so bekannt, dass sogar Touristen aus dem vier Stunden entfernten Sa Pa anreisen, um das hiesigeTreiben mit zu erleben.
Hier kauft man alles – vom Fleisch bis zum Schuh, vom Nagel bis zur Kuh, Hüte, Decken, Schälchen, Messer, Töpfe, Rohrzangen und vieles vieles mehr. In und vor allem um Bac Ha leben die H’Mong – ein Volk, das abseits der Städte seine Traditionen über viele Jahrhunderte behalten konnte und welche hier nun aus vielen Bergdörfern zusammenkommen.
Auf dem Tiermarkt kann ein guter Bulle schon mal bis zu 2000$ kosten, ein Kalb gibt es ab 400$. Für uns erschreckender ist das “Kleinvieh” – Gänse, Hühner, Enten, Hasen oder Schweine – welches mit fester Hand gepackt und untersucht wird. Schlimm zu sehen sind dann die Hunde und Katzen, die angeboten werden, wir erfahren, dass die Welpen erst noch für die Zucht gekauft werden, die Größeren sind zum Verzehr bestimmt.
Allein am Markt machen wir 130 Bilder. Ein Versuch die Eindrücke wiederzugeben in 14 Bildern:
Da die Gegend bekannt ist für den Anbau von Reis auf wundervoll in den Hängen gelegenen Terassen, liegt eine Wanderung natürlich auf der Hand – den Vorkommnissen im Himalaya vorbeugend, besorgen wir uns dieses Mal einen Bergführer, dieser besorgt noch zwei weitere Paare, damit es für alle Beteiligten günstiger wird, und so treffen sich Lini aus Österreich, Philipp aus Südtirol sowie Hanah und Martin aus Tschechien mit uns am nächstem Morgen, um für 2 Tage inklusive Übernachtung bei Einheimischen in die Berge zu gehen.
Wir sind alle in den Zwanzigern und verstehen uns auf Anhieb recht gut.
Der Aussprache halber nennen wir unseren Guide ‘Cobra’, welcher noch begleitet wird von ‘Sum’. Letzterer spricht zwar kaum Englisch, dafür kennt er die Wege wie seine Westentasche.
Vom offensichtlichen Vorteil eines Bergführers abgesehen ist es zudem positiv, dass dieser einem Antworten auf all unsere Fragen geben kann und so lernen wir Einiges über die Bevölkerung, deren Ausbildung, den Anbau von Reis und das Brennen von Schnaps. Letzteres dürfen wir nach zwei Stunden Marsch auch gleich beim ersten Besuch einer einheimischen Familie versuchen.
Nach dem Pflaumenschnaps folgt der Schnaps aus Maiskörnern – der Wirkung nach ‘Happy Water’ getauft.
Schnell wird klar unsere Gastgeber haben mit dem Verzehr nicht auf uns gewartet und sind entsprechend ‘happy’ bei unserer Ankunft. Dem gemeinsamen Verzehr folgt eine Darbietung eines traditionellen Tanzes mit gleichzeitigem Spielen einer Bambusflöte – es sieht lustig aus (so wie wenn ein Besoffener eben Flöte spielt) und da wir nun auch alle gut drauf sind versuchen wir uns an selbigem Instrument.
Gestärkt mit Hochprozentigem (nach Angaben der Gastgeber zwischen 50 bis 60 Umdrehungen) machen wir uns weiter auf den Weg durch die Reisfelder.
Wir treffen nicht einen Touristen, jedoch viele H’Mong Kinder deren Schule wir noch besichtigen und wir haben viele nette Gespräche mit Lini, Philipp, Hanah und Martin. Das Wetter ist neblig aber dadurch ist es nicht so heiß beim wandern, die Stimmung mit dem Nebel zwischen den Reisfeldern ist zudem enorm schön und mystisch.
Nach 10km erreichen wir unser Ziel, ein kleines Dorf in den Bergen, das aber immerhin mit einer Schule ausgestattet ist, und wir beginnen die dortige Umgebung und die Einwohner genauer zu beobachten. Patrick hilft beim Einfangen von Gänsen und Anita zeigt den Kindern einige Fotos auf unserem iPad. Kurze Zeit später ist sie unter einer Traube von Kindern kaum mehr zu finden.
Cobra kocht uns allerlei Fleisch und viel Gemüse, sowie natürlich sehr viel Reis – und es schmeckt verdammt lecker. Lecker schmeckt nach einigen Gläsern auch das ‘Happy Water’, das uns Cobra immer wieder nachfüllt, und so schaffen wir zu acht eineinhalb Liter weg zu trinken.
Cobra erzählt uns Geschichten über Geschichten, wir lauschen (und trinken) – erzählen selbst und haben einen höchst lustigen Abend.
Das mit dem ‘Schlafen bei Einheimischen’ stimmt jedoch nur so am Rande, zwar gehört unser Unterschlupf einer Familie, diese schlief aber woanders und da es hier so Brauch ist, dass nur das Familienoberhaupt mit Gästen zu Tisch isst, haben wir von der Familie auch nicht viel gesehen.
Der nächste Morgen beginnt früh mit dem natürlichstem Wecker auf Erden: dem Hahn. Sobald der erste Hahn schreit steigen die Übrigen im Dorf mit ein und so beginnt der nächste Tag für uns um 5:40 Uhr. Die Mägen fühlen sich noch ein wenig flau an und zum Frühstück sind die Gesichter noch ein wenig verknittert, aber dann machen wir uns frisch gestärkt auf den Weg zurück nach Bac Ha.
Diesmal gehen wir nicht auf einem befestigtem Wanderweg, sondern ganz nach Patricks Geschmack querfeldein. Wir hüpfen über kleine Bäche, kämpfen uns durch Gestrüpp auf steile Berge – benötigen unseren Gleichgewichtssinn daher verstärkt, dieser jedoch ist anfangs noch durch Happy Water beeinträchtigt. An diesem Tag zeigt sich auch das Wetter von seiner besseren Seite. Die Sonne lässt das saftige Grün der Reisfelder erstrahlen – jedoch macht sie den Rückweg auch anstrengender. Sechs sportliche Stunden später erreichen wir Bac Ha, entspannen kurz bei einem frisch gepressten Mangosaft und machen uns frisch bevor uns der öffentliche Bus wieder zurück zum Bahnhof nach Lao Cai bringt. Dort trennen wir uns von unseren neu gewonnenen Freunden und sitzen nach einem ausgiebigen Abendessen wieder im Zug zurück nach Ha Noi und lassen die vielen, vielen Eindrücke der letzten Tage Revue passieren.
Hanah und Martin schreiben übrigens ebenfalls einen Blog, jedoch auf tschechisch, aber wer dessen mächtig ist darf dort gerne reinsehen (oder zumindest die Bilder ansehen): http://hankaamartin.ontheroad.to/show/vylet-za-happy-water









































































