Nach 16 Stunden Busfahrt – die längste bisher – kommen wir in Jaipur an. Eigentlich wollen wir ja nach Amritsar, aber von Jaisalmer gibt es keine direkte Verbindung, und so müssen wir erstmal zum hiesigen Bahnhof um ein Zugticket nach Amritsar zu kaufen.

Das ist relativ schnell erledigt – das Problem einer 16 stündigen Busfahrt zeigt sich jedoch an folgender Anekdote: Um Geld abzuheben suchen wir einen Geldautomaten, werden nach einigen Minuten fündig und Patrick beginnt mit der Prozedur — Karte rein, PIN eingeben, Betrag auswählen — Falsche PIN! Zweiter Versuch, immer noch nicht richtig. Kurzer Blick ins Handytelefonbuch, dort die richtige PIN suchen, letzter Versuch, diesmal mit richtiger PIN. Doch der Automat bricht dennoch mit einer wenig aussagekräftigen Fehlermeldung ab, und meldet sich kurzerhand wieder mit der Willkommensmeldung und der Aufforderung seine Karte einzuschieben. Die Karte! Sie ist nicht wieder herausgekommen!
Jetzt ist es in Indien so, dass die meisten Geldautomaten von Wachpersonal beaufsichtigt werden, so zum Glück auch in unserem Fall. Mit Händen und Füßen erklären wir den Verlust, wie immer bildet sich schnell eine Menschentraube um uns, und man beginnt uns Telefonnummern zu zeigen.
Ein Einheimischer greift für uns zu seinem Mobiltelefon und spricht höchst angeregt auf Hindi mit der Person am anderen Ende der Leitung. Es werden im weiteren Verlauf noch ein paar Telefonate geführt, als Patrick seinen Geldbeutel untersucht und dort an korrekter Stelle die offensichtlich vermisste Karte entdeckt!
Auch hier sei erwähnt, dass an vielen Geldautomaten Indiens die Karte nicht während des kompletten Abhebeprozesses einbehalten wird, sondern diese direkt nach dem Einschieben schon wieder herausgegeben wird!
Und genau das war passiert, aber durch die fehlgeschlagenen PIN Eingaben war diese Tatsache in Vergessenheit geraten und da der Mensch ein Gewohnheitstier ist, erwartete Patrick eben am Ende die Karte zurück.

Nach diesem kleinen Missgeschick lassen wir unser Gepäck am Bahnhof und fahren zum Stadtpalast, wo wir nach einem kleinen Frühstück von einem Fahrradrickscha-Fahrer überredet werden, uns für unglaublich wenig Geld (20 Rs.) 60 Minuten herumzufahren.
Schnell stellt sich heraus, dass wir von einem Geschäft zum nächsten gebracht werden um dort die hergestellten Waren im Tausch zu unserem Bargeld zu erwerben, nach dem dritten Geschäft ziehen wir einen Schlussstrich, auch wenn es teilweise interessant war bei der Stempeltechnik von Stoffen oder der Schmuckherstellung zuzusehen.

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Zu Mittag besuchten wir ein auf der Stadtmauer gelegenes Restaurant, welches für vielleicht 12 Leute Platz bietet und direkten Blick auf die Küche bietet. Diese besteht im Grunde aus einem Lehmofen der nach oben verschiedene Öffnungen bietet auf welchen sich die Töpfe und Pfannen befinden, so wie eine große Öffnung in welcher das Chapati – das indische Fladenbrot und bei jedem Essen dabei – gebacken wird indem es an die Seiteninnenwand geschmissen wird. Nach dem Essen sehen wir uns die Küche etwas genauer an, werden hereingebeten und dürfen uns an den Chapati selbst einmal versuchen.

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Nach dem Besichtigen des Palasts der Winde, begeben wir uns auf den Weg zum Bahnhof.
Wir sind relativ früh dran, und man bekommt erst durch Durchsagen und Anzeigetafeln ca. 1 Stunde vor Abfahrt Bescheid, an welchem Gleis der Zug einfahren wird. Also setzen wir uns an Gleis 1 und beobachten eine indische Großfamilie, die ebenfalls auf einen Zug wartet und zu früh dran sind, wie sie erst eine Decke ausbreiten, Ihr Gepäck darum verteilen und dann gemeinsam warten. Es sieht bisschen wie ein Picknick aus, wäre da nicht die Tatsache das wir uns an Gleis 1 befinden. Zwei Kleinkinder sind ebenfalls dabei, und das eine lernt seine ersten Schritte die mit Hilfe der Handykamera des Vaters auch komplett aufgezeichnet werden.

Unser Zug wird angesagt, und siehe da wir sitzen sogar am richtigen Gleis! Kurze Zeit später wissen wir, dass wir uns sogar im richtigen Abschnitt befinden und unser Wagen eigentlich direkt vor unseren Füßen halten müsste – sollte es wirklich mal so einfach sein?
Eine Stunde später fährt der Zug an Gleis 1 ein, doch unser Wagen ist nicht dabei. 15 Minuten später haben wir dann doch noch unsere Plätze in einem anderem Wagen gefunden, warum der angegebene Wagen nicht vorhanden war blieb uns verschlossen. Aber es ist ein Zug, Schlafabteil, kein Holpern sondern leichtes Schaukeln und wir fahren nach Amritsar.