Der positiven Erfahrung nach aus Bac Ha, einen eigenen Tourguide zu haben, beschließen wir die Ha Long Bay ebenfalls durch eine Tour zu besichtigen.
Ein ausgiebiges Frühstück später erkennen wir dass es in Hanoi ein Überangebot an Touren gibt, wir verlassen uns auf die Reisebibel und buchen bei einem der empfohlenen Reisebüros: 2 Tage, 1 Nacht auf dem Boot.
Ha Long heißt in der Übersetzung “wo der Drachen ins Meer steigt”. Laut der Sage wurde die Bucht von einem Drachen geschaffen, der in den Bergen lebte. Als er zur Küste stürmte, schlug sein peitschender Schwanz Täler und Furchen. Nachdem er schließlich ins Meer abtauchte, füllte sich das Becken mit Wasser, wodurch heute nur noch die Gipfel der Berge zu sehen sind – fast 2000 Kalksteinerhebungen.
Tags darauf besteigen wir einen kleinen Bus der insgesamt 18 Personen in die Bucht befördern will, wir sind die jüngsten und als die Fahrt beginnt werden wir von Tuan, unserem Tourguide, in die Geschichte Vietnams eingeweiht. Nachdem Anita bekannterweise ein Vorbereitungsfreak ist und sogar Patrick einiges über Vietnam gelesen hat, sind Tuans Informationen für uns nicht wirklich neu. Auf halber Strecke nach Halong machen wir Halt und finden uns plötzlich unserem persönlichen Urlaubshorrorszenario wieder,beiner kaffeefahrt-ähnlichen Fabrik, die allerlei kitschige vietnamesische Dinge herstellt und man als “reicher” Tourist am Besten gleich alle absolut überteuerten Mitbringsel für die Lieben daheim kauft. Wir beten, dass die halbstündige Pause so schnell wie möglich endet.
Nach weiteren 2 Stunden Fahrt finden wir uns wie Kinder hinter Tuan her dackelnd am Hafen von Halong wieder.
Endlich auf unserem Boot angekommen, staunen wir nicht schlecht, wie luxuriös unsere Kabine und auch der Rest des Schiffs ist. Wir gehen an Deck und bewundern die schönen Felsen, die majestätisch aus dem Meer herausragen. Das Wetter ist wunderbar, die Sonne scheint und man hat eine gute Sicht. Wir beginnen mit einem hervorragenden Mittagessen mit frischen Meeresfrüchten (Patrick bekommt als einziger an Bord die ich-mag-keinen-Fisch-Extrawurst).
Nach dem Essen geht es zu einem “Floating Village”, welches man durch eigene Muskelkraft und zur Hilfenahme eines Kajaks besichtigt. Wir bekommen 45 Minuten zugesprochen – haben natürlich keine Uhr dabei – und paddeln erst Mal in die entgegengesetzte Richtung und schauen uns das Dorf an – immer weg von den vielen Touristen!
Als wir viele Eindrücke und einen erfolglosen Versuch einen Adler zu fotografieren wieder zurückkommen sind wir die Letzten und können so direkt weiter zum nächsten Programmpunkt fortfahren: Verkostung von frischen Früchten und lokalem Wein auf dem Sonnendeck.
Zum ersten Mal seit langem müssen wir nicht überlegen was wir als nächstes machen, wie viel Zeit wir für irgendetwas einplanen, hier folgen wir dem vorgesagtem Zeitplan. Schrecklich, aber für 2 Tage kann man das schon machen.
Kurze Erholung später besteigen wir einen Kalksteinberg, um von dort aus unseren “einsamen” Ankerplatz für die Nacht zu erspähen. Über 400 Stufen führen uns zum Gipfel, danach springen wir noch kurz ins dunkle Wasser. Da die Sonne bereit hinter den Felsen verschwunden ist, sind wir die einzigen Touristen am Strand. Wieder erreichen wir nach mehrmaligem Bitten von Tuan als Letzte unser Boot um das köstliche Abendessen vorgesetzt zu bekommen.
Der nächste Tag beginnt regnerisch und somit fällt das Tai Chi auf dem Sonnendeck sehr zu Anitas Missfallen aus. Glücklicherweise stoppt der Regen nach dem Frühstück und wir erreichen trocken die “Amazing Cave” – ein weiterer Meilenstein in unserer Sammlung der schlimmsten Touristenattraktionen. Wir rennen fast hindurch, sofern das auf den engen Wegen vorbei an Horden kameraschleppender Menschen überhaupt möglich ist und erinnern uns an die Höhle auf Antiparos in Griechenland, die zwar kleiner dafür aber um einiges authentischer und schöner war. Aber wir verstehen uns sehr gut mit unseren Tischnachbarn, Stephen und Lisa aus Colorado und Marco und Sabine aus Berlin.
Danach dürfen wir unsere Zimmer räumen und die Fahrt in den Heimathafen beginnt, die Zimmer werden gereinigt für die nächsten Reisenden die gegen Mittag auf das Boot kommen. Wir steigen in den Bus um Richtung Hanoi, und wieder machen wir unseren Zwischenstopp in der Traumfabrik vietnamesischer Souvenirs.





























































