CloudOS – Betriebssysteme aus der Wolke

cloud

Anfang der Neunziger machte ich eine für mich damals schockierende Entdeckung. Die Firma meines Vaters vollzog den Umzug von DOS auf Windows, und verabschiedete sich von der BNC Ring-Topologie zur Ethernet Stern-Topologie. Im Zuge dessen wurde natürlich auch die Hardware komplett ausgetauscht, und ich als kleiner Technikaffiner Junge durfte an der alten Hardware basteln. Ich schraubte voll den ersten Rechner auf, und nach einem kurzem Rundblick suchte ich vergeblich nach einer Festplatte – es gab jedoch keine. Alle Rechner hatten eine DOS-Startdiskette, die beim booten mit dem Server im Keller Verbindung aufnahm, und dessen Programm auf den eigenen Bildschirm holte.

Natürlich waren die Rechner mit dieser Erkenntnis für mich daraufhin uninteressant und ließ sie alle entsorgen. Übertrieben gesagt war das schon eine Art CloudComputing, die eigentliche Wolke (also der Server) schwebte eben im Keller.

Zur heutigen Zeit sind die Internetanschlüsse schon schneller als die damalige BNC-Verkabelung, warum nicht das ganze Szenario das damals nur Haus-intern war, ins Internet übertragen?

CloudComputing – arbeiten in der Wolke, ist ein immer stärker aufkommendes Thema. Warum Wolke? Vielleicht liegt es daran dass das Internet in allen Powerpoint Präsentationen immer schon als Wolke dargestellt wurde, ausserdem ist CloudComputing ein schöner Marketingbegriff.

citrix

Seit Jahren schon gibt es für diesen Denkansatz Lösungen, ganz groß dabei ist z.B. Citrix. Mit Citrix kann man einzelne Anwendungen über das Internet verfügbar machen, so können also Mitarbeiter von überall aus auf die Daten in der Firma zugreifen, und auch gleich bearbeiten, die Applikation wird nur auf dem Monitor des Mitarbeiters angezeigt, es läuft aber in Wirklichkeit auf den Servern in der Firma.

Inzwischen hat auch Citrix schon viel weitergedacht, und wenn es so weitergeht läuft der Trend zum DesktopPublishing – also der ganze Desktop wird zum Anwender übertragen. Er arbeitet also auf dem Firmen-Betriebssystem. Dabei sieht es alles genau so wie er es kennt, Arbeitsplatz, Papierkorb, die Eigenen Dateien, Outlook usw.

Und da das ganze über das Internet funktioniert, also über diese Wolke, heisst das ganze CloudComputing. Der Vorteil liegt ganz klar auf der Hand: Es gibt eine zentrale Stelle, an der die Applikationen und die Daten liegen, man kann von überall darauf zugreigen, dennoch sind sie geschützt, z.B. vor Viren auf der eigenen Festplatte zu Hause. Zudem ist das ganze für den Anwender sehr einfach, das ganze läuft z.B. verschlüsselt über HTTPS, und das funktioniert fast auf Anhieb mit jedem Rechner.

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Der Marktgigant Microsoft möchte das ganze aber noch weiter treiben: Der Aufwand für ein Unternehmen eine solche Lösung wie beispielsweise die von Citrix auf die Beine zu stellen, ist kein ganz Unerheblicher. Und Microsoft möchte diesen Aufwand den Unternehmen abnehmen. Das soll heißen: Die Unternehmen verlagern Ihre Daten auf die Server von Microsoft (welche mit Sicherheit in den seltensten Fällen mal nicht erreichbar sein sollten), die Daten werden dort natürlich auch gesichert und nochmal gesichert, und die Mitarbeiter sollen über Anwendungen, die natürlich auch über die “Cloud” erreichbar sind, auf diese Daten zugreifen und damit arbeiten.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Microsoft kümmert sich um die ganze Serverlandschaft, updated und pflegt alles eigentständig, das Unternehmen hat dadurch viel weniger Kosten, und um es ganz grob zu vereinfachen, braucht nur noch einen Internetanschluss.

Viele Unternehmen schreckt jedoch Eeines gewaltig ab: Alle Daten liegen bei Microsoft.

Natürlich spielt inzwischen die OpenSource Gemeinde auch mit:ulteo Sie bieten ähnliche Software wie Citrix an, allerdings natürlich ist der Quellcode für jeden frei verfügbar und nutzbar. Ganz frisch im DesktopPublishing ist Ulteo mit dabei. Ulteo baut auf Linux auf, und stellt dem Anwender in einem Browserfenster einen Desktop bereit in dem er auf die Unternehmenseigene Software zugreifen kann. Da das ganze im Browser läuft, ist es somit egal ob man mit einem Windows, Linux oder Macintosh arbeitet, der Anwender hat immer das gleiche Bild.

Wer jetzt denkt, das ganze sei nur mit einer Linux-Umgebung machbar, liegt leider falsch: Ulteo biete einen kleinen Windows-Agent zum Download an, diesen installiert man auf einem Windows-Server, und schon kann man alle Windows-Produkte, wie z.B. Microsoft Office, SAP oder Ähnliches im Ulteo-Desktop nutzen.

Google z.B. bietet schon seit Jahren mir seinen GoogleApps einen Dienst an, mit der Anwender eine Textverabeitung, eine Tabellenkalkulation, Fotos, Kalender und Emails in ener Weboberfläche haben und damit arbeiten können.

Ich persönlich habe inzwischen die hier beschriebenen Varianten und ein paar mehr alle mal ausprobiert, und jede hat seine eigenen Vorteile und Nachteile. Richtig cool ist z.B. der Citrix-Client für das iPhone. Ein Artikel wie Citrix CloudComputing definiert ist recht interessant.

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