Heute wurde ich mit der Frage konfrontiert, die sich mit der Sinnhaftigkeit eines iPhones im Unternehmen beschäftigt. Daraus entwickelte sich schnell eine etwas längere Mail-Diskussion.
Und die wichtigen Fakten stelle ich hier mal vor, besonders da sich mit der Firmware 3.0 ein paar kleine Neuerungen und Verbesserungen mit eingeschlichen haben.
Mit Windows Mobile kann ja jeder – kann das iPhone im Sinne eines Unternehmens mithalten?
Klar – das iPhone kann seit Firmware 2.0 mit Microsoft Exchange kommunizieren. Das einzig für mich wichtige Argument mir überhaupt Eines zuzulegen. Und es funktioniert hervorragend, E-Mails werden direkt gepushed.
Auf einen Blick: Was geht, was geht nicht?:
- Kalender = Ok.
- Mail = Ok.
- Aufgaben = NEIN
- Notizen = NEIN
- Firmenadressbuch = JA
- Word/Excel… Ansehen = Ja / Bearbeiten = Nein
- Verschlüsselung von Mails (S/MIME) = NEIN
- Verschlüsselung des iPhones selbst = iPhone 3GS ja
- Remote Löschen = Ok
Auf den ersten Blick scheinen die Grundfunktionen unterstützt zu werden. Es muss ein “Aber” kommen: Richtlinien lassen sich zwar (wenn auch nicht über GPO’s) auf das Gerät binden, sogar unveränderbar, aber bei einer Einstellung hat es sich Apple versaut:
Man kann per Richtlinie einen Geräte-Pin voraussetzen, aber der User kann diesen dennoch einfach wieder aus den Einstellungen rausnehmen. Seine E-Mail Einstellungen kann er in keinster Weise anfassen oder verändern, aber den Geräte-Pin kann er löschen. Nicht schön.
Zu den Synchronisationsoptionen:
Man kann Mails maximal 1 Monat zurücksynchronisieren – E-Mails die älter sind werden nicht mehr
angezeigt. Pro Ordner werden aber maximal 200 Elemente angezeigt.
Den Kalender kann man komplett synchen – auch die letzten 5 Jahre wenn man möchte.
Das iPhone kann auch VPN:
Standard Microsoft VPN PPTP, L2TP und das Cisco VPN Protokoll (Auf Grund der Tatsache dass alle Uni’s darauf setzen). Die VPN Einstellungen können auch über die Richtlinie gesetzt werden.
Zertifikate:
Auch einen Zertifikatspeicher kennt das iPhone, wobei es (auf Nachfrage) jedes Zertifikat akzeptiert und installiert.
E-Mails können übrigens auch in Unterordner verschoben werden – das bekommt Nokia mit seinem “Mail for Exchange” nicht hin. Aber viel wertvoller bei Unterordnern:
Sie können auf neue E-Mails überwacht werden! Kommen E-Mails per Regel automatisch in einen Unterordner, weist auch das iPhone auf Wunsch darauf hin dass eine neue E-Mail angekommen ist! Das kann bisher noch kein anderes Handy in Verbindung mit Exchange!
Kalenderoptionen:
Es können Besprechungsanfragen erstellt werden, Einladungen werden als Einladungen erkannt und können mit den drei bekannten Optionen beantwortet werden. Einzig die Kategorisierung wird nicht synchronisiert. Auch einen Termin als “privat” setzen ist problemlos möglich.
Die Kontakte bieten alle Optionen die man auch von Outlook her kennt: Geburtstage, alle Telefonnummern, verschiedene Adressen, Mails usw.
Auch Kontakte in Gruppen gliedern funktioniert, jedoch muss dies in Outlook eingestellt werden, auf dem iPhone direkt ist das nicht möglich.
Kontakte können individuelle Klingeltöne haben, und auch per .vcf Datei verschickt werden.
Neu (seit Version 3.0) ist die Einstellung der Instant Messaging Adresse in einem Kontakt, AIM, Yahoo Messenger, MSN Messenger, ICQ und Jabber kann man eintragen. Allerdings passiert auf einen “Klick” auf das Feld im Kontakt noch nichts, vielleicht ein zukünftiges Feature für einen eigebauten IM-Client.
Ein Klick auf die Adresse öffnet sofort die Google Maps Anwendung und navigiert auf Wunsch direkt zum Ziel, der eigene Standort wird über GPS ermittelt.
Noch einige weiter Fakten:
Ein Firmenlogo in der Signatur ist nicht möglich
E-Mails auf “Nicht gelesen” setzten ist nicht möglich
Das Internet lässt sich nicht abschalten, ausser über den Flugmodus oder durch die Roaming-Sperre im Ausland. Ansonsten ist das iPhone dauerhaft online.
SMS/E-Mail/Kalender – Töne sind nicht wählbar sondern vorgegeben
Über den Exchange funktioniert das “Remote Löschen” problemlos – inzwischen bietet Apple diese Möglichkeit über den bezahlbaren Dienst “.mac” auch an.
Jedes iPhone muss über iTunes einmal aktiviert werden – ohne iTunes kann man also erstmal nicht telefonieren. Wenn das die EU mal mitbekommt
Manche Unternehmen kommen ja noch auf die Idee eigene Programme für die mobilen Endgeräte Ihrer Mitarbeiter zu entwickeln, dazu noch folgendes:
Man kann sich das SDK von Apple einfach herunterladen, es beinhaltet zwar einen Emulator, wer aber wirklich sein Programm auf dem iPhone testen möchte, muss dem 99$ teurem iPhone Developer Program beitreten.
Ist das Programm ersteinmal fertig muss es über den AppStore von Apple veröffentlicht werden, man kann das Programm also nicht nur firmenintern nutzen. Zudem muss es durch die sogenannten “AppStore-Zwerge” durch, die Entscheider die für Apple die einzelnen Programme bewerten und dann entscheiden ob das Programm veröffentlicht wird oder nicht.
Programmiert wird übrigens mit Cocoa / Objective-C. Das Programm also schnell mal auf WindowsMobile Geräte zu übertragen ist nicht.
Per Richtlinie ist es aber möglich, iPhone Usern das Herunterladen neuer Programme zu untersagen-
Als Internet-Browser gibt es nur den Safari – es gab sicher Bestrebungen über den AppStore andere Browser zu veröffentlichen, aber da haben die “Zwerge” wieder zugeschlagen..
Apple bewirbt die Enterprise-Funktionen übrigens auf einer eigenen Website – wer genauere Informationen zu den einzelnen Möglichkeiten erfahren möchte, soll dies doch bitte einfach in die Kommentare schreiben.
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