Die Wolke und derzeitige Trends

Ob “Get in the cloud” oder “We are all in”, seit inzwischen mehreren Jahren ist die Cloud das IT-Thema der Branche. Ohne lange auf dem Wort “Cloud” herumreiten zu wollen, doch ist es im Grunde nur ein Begriff für das Marketing: Denn die Technik dahinter ist aus der Dinosaurier-Epoche der IT: Server voll mit Daten und Anwendungen, auf die von jedem Gerät zugegriffen werden kann.

Der erste wichtige TOP bei der genaueren Betrachtung ist die Frage: In welcher Form kann Cloud-Computing für mich/mein Unternehmen hilfreich sein? Was kann die Cloud meiner internen IT alles abnehmen?
Ganz überspitzt gesagt: Alles. Nur nicht die Administration. Ressourcenabbau als Folge schmeckt aber auch nicht jedem, immerhin gibt es etwas wie soziale Verantwortung. Ob Mail, Applikationen oder nur reine Daten, die Cloud kann alles bereitstellen. Doch sind wir schon so weit?
Office 365 von Microsoft verspricht eine Cloud-Lösung für Unternehmen aller Art zu sein, und bietet das Officepaket, Sharepoint, Exchange und bald auch Telefonie. Schöne neue Welt, und das nicht negativ bewertet, sondern durchaus mit Chancen! Wie schon erwähnt, der größte Vorteil ist das “Anywhere Office”: Egal von welchem Computer aus man sich mit der Cloud verbindet, die benötigten Dienste stehen bereit.

Und ja, ich bin dieser Welt zutiefst verfallen, ich nutze neben meiner “private Cloud” auch die “public Cloud”, also Dienste für die ich teilweise auch bezahle. Aber der Großteil meiner Daten, vor allem meiner Wichtigen, liegt in der public Cloud. Ja sogar meine analoge Post wird immer digitalisiert und vercloudet (Wortschöpfungen sind wichtig!). Bilder, Musik, Filme – habe ich alles in der Cloud. Soweit ich weiß irgendwo “über” Irland schweben meine Daten, natürlich in irgendeiner Art und Weise verschlüsselt. Inzwischen könnte ich kaum noch ohne: Vor Kurzem erst habe ich mich mit einem Kollegen über die Höhe der Kirchensteuer unterhalten, und da ich die genaue Zahl nicht im Kopf hatte die auf meinen Lohnabrechnungen steht –> Schnell das Smartphone gezückt, Lohnabrechnung Dezember letztes Jahr eingesehen, und dann gleich das nächste Bier bestellt um den kurzen Schock zu überwinden.

Und noch ein Beispiel das ich gerne aus meinem privaten Anwendungsbereich zum Besten gebe: Meine Musiksammlung ist, wie schon erwähnt, ebenfalls in der Cloud. Aber nicht nur, sie ist noch an diversen Orten zusätzlich gespeichert, unter anderem auch lokal an meinem PC. Kopiere ich nun eine CD von der letzten Bandprobe meines Freundes auf meinen Computer, kann ich ihm seinen teuer bezahlten Rohling gleich wieder zurückgeben, ich habe es ja nun digital ;-)
Doch ohne das ich es bemerke, werden im Hintergrund die mp3-Dateien in die Cloud kopiert, egal wie hakelig meine Internetverbindung gerade ist, oder sie auch mal unterbrochen wird. Später im Auto, greife ich per bluetooth auf mein Handy zu, um Musik zu hören. Meine Musik am Handy existiert auch lokal auf einer 32GB Speicherkarte, die synchronisiert sich aber auch mit der Cloud –> Ich kann mir die letzte Bandprobe also gleich anhören. Zwischendrin telefoniere ich mit meiner Freundin, und erzähle Ihr wie genial die Musik ist, sie müsse das unbedingt anhören. Was macht meine Freundin? Sie betätigt die Fernbedienung und hört sich über unseren Fernseher die Bandprobe an. Der Fernseher hängt zwar auch am Internet, aber in dem Fall bezieht er die Musik von meinem NAS, das die Musik ebenfalls mit der Cloud abgleicht.

Und die Geschichte ist keine Erfindung, das funktioniert wirklich so einfach! Aber es gibt ein Problem der Cloud, und das nicht nur im privaten Umfeld, sondern ebenfalls – und dort eventuell noch viel gewichtiger – in Unternehmen selbst. Es gibt einen Flaschenhals, und das ist die Internetverbindung: Durch Cloud-Computing erhöht sich der Bedarf an Traffic enorm! “Laut dem Anbieter Akamai ist die Zahl der IP-Adressen, die sich der Distributed-Computing-Plattform des Cloud-Service-Spezialisten angeschlossen haben, innerhalb eines Jahres um 20 Prozent auf 533 Millionen angewachsen.” (via)

Hat man kein Netz, hat man keine Daten. Oder ein Unternehmen mit 30 Mitarbeitern hat einen normalen DSL-Anschluss, und alle Mitarbeiter benutzen Applikationen, Daten etc. aus der Cloud –> die Leitung glüht! Aber es wird noch schlimmer werden: “Das Internet der Dinge” (Danke Thorsten!) kommt auf uns zu und wird die Leitungen der Provider mehr und mehr beanspruchen. Wie? Internet der Dinge noch nicht gehört? Kein Problem, hier wird es erklärt:

Als um die Jahrtausendwende die Internetblase noch voll Spekulationen war, rüsteten sich die Netzbetreiber, und bauten Ihre Infrastrukturen aus. Die Blase platzte zwar wie jeder mitbekommen hat, doch für Content wie Youtube und Co. waren die Leitungen nun bereit. Aber inzwischen muss wieder ausgebaut werden, denn die Traffic-Kapazitäten (schreibt den Begriff nie ohne Bindestrich!) wachsen exzessiv.

Neben dem Netz der Dinge, ist der Begriff “IT Consumerization” neues Trendthema. Blog und Twitter-Nachbar Andreas hat dazu einen spannenden Post verfasst, und bitte seht euch das erste Video unbedingt an! Der Versuch, mit einer Cloud die heterogene Welt möglichst einfach und benutzbar zu gestalten, wird die großen IT-Unternehmen noch lange beschäftigen, oder wir wechseln einfach alle auf Apple ;-)

Kurz vor Schluss soll auch noch “Enterprise 2.0″ von mir genannt werden, denn nicht nur die Art und Weise der Technik an sich, sondern auch WIR verändern uns und unser Tun. Facebook, Twitter, Buzz, Foursquare – unsere Kommunikation verändert sich, und auch das über die Cloud. Wir können mit jedem Endgerät auf Facebook oder twitter posten, und auch wenn das Gerät nur SMS unterstützt kann man die eigene für sich bestimmte Öffentlichkeit teilhaben lassen, das Oma am 97.ten Geburtstag zu viel getrunken hat. Twitter-Nachbar cleeb hat hierfür auch einen sehr schönen Artikel gefunden: “Wie das Facebook-Prinzip ins Büro einzieht”.

 

Es gibt so einiges zu Überlegen, und so Mancher wünscht sich vielleicht doch eher die gute alte Zeit zurück, als sich mit solchen Fragen durch den Tag zu quälen. Für uns jedoch, bleibt es spannend zu beobachten was das so kommt, um auch dann wieder zu analysieren, diskutieren und kritisieren.

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One Response to Die Wolke und derzeitige Trends

  1. Alexander Leupold sagt:

    Sehr interessanter Artikel :)