Inzwischen habe ich die neue Exchange 2010 Beta schon ein paar Mal installiert, und diesmal wage ich mich an die neue DAG (Database Availability Group) Möglichkeit des Exchange. Alle bisherigen Clustermöglichkeiten der früheren Exchangeversionen werden dadurch ja abgelöst.
Maximal 16 Server mit maximal 100 Datenbanken können hier zu einem Cluster zusammengeschalten werden. Mehr zu DAG.
Da nun die richtige Hardware zur Verfügung steht (zwei dicke XEN-Server) kann es mit der Installation (auf viruteller Basis) los gehen. Ein komplettes Testnetz wurde von meinen Kollegen und mir hochgezogen, ISA, DC, DNS, DMZ, OCS etc…
Eines ist bei Exchange 2010 DAG aber unbedingt zu beachten:
Mindestens Windows Server 2008 Enterprise Edition!
Erst ab der Enterprise Edition sind die erforderlichen Cluster-DLL’s verfügbar.
Ist das System erst mal installiert, müssen aber erst einige Vorbereitungen getroffen werden, bevor überhaupt daran gedacht werden kann mit der eigentlichen Exchange-Installation zu starten:
- RSAT-ADDS
- Web-Server
- Web-Metabase
- Web-Lgcy-Mgmt-Console
- Web-ISAPI-Ext
- NET-HTTP-Activation
- Web-Basic-Auth
- Web-Digest-Auth
- Web-Windows-Auth
- Web-Dyn-Compression
- RPC-over-HTTP-proxy
- Web-Net-Ext
- Net-Framework
Das schöne dabei: Alles über einen Befehl im CMD absetzen:
ServerManagerCmd -i RSAT-ADDS Web-Server Web-Metabase Web-Lgcy-Mgmt-Console Web-ISAPI-Ext NET-HTTP-Activation Web-Basic-Auth Web-Digest-Auth Web-Windows-Auth Web-Dyn-Compression RPC-over-HTTP-proxy Web-Net-Ext -Restart
Schon sind alle Systemkomponenten installiert, damit aber noch nicht genug, es fehlt ja noch ein kleines bisschen Software:
Die Windows Media Encoder Desktop Experience, das wieder über einen Befehl installiert werden kann:
ServerManagerCmd -install Desktop-Experience
und das 2007 Office System Converter Filter Pack – aber das war es jetzt dann auch.
Das Domänen und Forest-Schema müssen übrigens mindestens auf Windows Server 2003 sein, immerhin ja noch gnädig.
Sind alle diese Vorbereitungen getroffen kann es endlich losgehen mit der eigentlichen Installation, die im Grunde genauso gehalten ist wie die von Exchange 2007, deshalb hier nur ein paar Bilder.
Danach einmal neu starten und fertig. Genau bis hierhin ist das eine Stand-Alone-Installation eines Exchange Servers.
Je nachdem wie viel Ausfallsicherhheit man haben möchte, installiert man nun die weiteren Nodes, maximal eben 16. Mir reicht natürlich erst mal Einer, also das ganze nochmal auf einem weiterem Server.
*Schnellvorlauf*
Jetzt stehen zwei Exchange Server 2010 da, und es kann nun mit dem spannendem Teil losgehen:
Und wieder muss eine Vorbereitung stattfinden: Das Feature Failover Clustering muss installiert werden:
Das Failover Clustering muss auf allen Nodes installiert werden, in meinem Fall eben auch auf dem Zweiten.
Jetzt aber kann mit dem anlegen der DAG begonnen werden, ob man das über die EMC oder die EMS macht ist völlig egal, ich mach das hier mal in der EMC:
Dafür klickt man unter Organization Configuration –> Mailbox –> New Database Availability Group…
Standardmäßig möchte Exchange das FSW auf dem HUB Server anlegen, ich hab ja grad nur die zwei Maschinen, also leg ich das FSW auf den DC:
So, und nun kommt das erste Problem: Die EMC lässt es (in der Beta) nicht zu, die einzelnen Server zur DAG hinzuzufügen. Das muss nun in der ExchangeManagementShell getätigt werden.
Der Befehl dazu ist:
Add-DatabaseAvailabilityGroupServer –Identity ‘DAGName’ –Mailboxserver ‘Servername’
Das ganze MUSS UNBEDINGT in der Local Powershell passieren!!! Sonst kommt eine Fehlermeldung!! Bei mir eben wieder nur zweimal, einmal mit Servername 1 und einmal mit Servername 2.
Sollte das in der RTM vielleicht über die EMC gehen, klappt das dann mit “Manage Database Availabilty Group Membership” – aber bis es soweit ist bekommt man leider nur eine Fehlermeldung.
Hier wie das ganze in der EMS dann aussieht:
Danach sind die beiden Server der DAG hinzugefügt. Auch im FileShareWitness ist jetzt was zu sehen (aber erst nachdem wirklich beide Server hinzugefügt wurden).
Aber das DAG Network war bei mir auf Anhieb jedenfalls nicht zu sehen – soweit ich hörte funktioniert es manchmal automatisch, manchmal muss man es eben noch hinzufügen:
Danach war auch das DAG Network bei mir zu sehen.
Soweit so gut. Nach diesem kleinem ‘Tricky Part’ kann man nun endlich der DAG seine Datenbanken zuweisen.
Dazu muss man einfach bei der Datenbank “Add Mailbox Database Copy” klicken:
Der Exchange zeigt an, auf welchem Server die Mailbox Datenbank liegt, über “Browse” werden euch all die Server angezeigt, auf denen die Datenbank nicht liegt. Ist ja bei mir wieder nur einer.
Und hier ist das dann das Endergebnis:
Der erste Schritt ist getan. So ganz Ausfallsicher ist das ganze natürlich noch nicht, am besten noch zwei eigene HubServer, und mehr DAG Server und und und.. Aber ich will ja kein Buch schreiben…
Bei Fragen einfach fragen.
[UPDATE Installationsguide Exchange 2010 RC]
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