Zusammenfassung:
To all trying to translate the following text into German with the google translator: good luck!
Varanasi, die heilige Stadt am Ganges, sehr viel Regen begleitet uns, wir erleben öffentliche Einäscherungszeremonien und Patrick badet im Ganges, einem der dreckigsten Flüsse weltweit. Der Ganges pträgt Hochwasser, so dass einige Tempel ganz unter Wasser stehen, wir erleben eine Bootstour um halb 6 Uhr morgens während die Sonne langsam aufgeht, und sehen vielen Menschen und auch Rindern bei der seelischen Reinigung im Ganges zu.

Lange Version:

Vielleicht hat man Glück und wird als Kuh wieder geboren, jenes Tier welches allen Indern heilig ist — das sich wie selbstverständlich auf den Straßen bewegt und immer Vorfahrt hat. In jedem Fall wird man wieder geboren, und das so oft bis man letztendlich Erlösung erlangt, das ersehnte Ziel eines jeden Hindu.
Durch den Kreislauf von Geburt – Tod – Wiedergeburt bekommt man die Chance in eine bessere Kaste geboren zu werden, abhängig davon wie gut und wie ehrfürchtig man sein Leben lebte und sein Karma verbesserte.

Wir haben unsere nächste Station erreicht, Varanasi, ca. 700km südöstlich von Delhi.
Um Varanasi zu verstehen, muss man sich zumindest ein wenig mit der Kultur und Religion des indischen Volkes vertraut machen:

Ein jeder Hindu wird nach dem Tode verbrannt, die verbleibende Asche soll nach 13 Tagen wenn möglich in den Ganges oder ein anderes Gewässer verstreut werden. Zudem wird der “Ganga” als große Mutter angesehen, aus dem ständig neues Leben entsteht.
Varanasi ist die heiligste der 116 am Ganga gelegenen Städte, wer hier den Tod findet wird direkt am Fluss in aller Öffentlichkeit verbrannt und im Anschluss auf dem heiligen Wasser verstreut. Es heißt, wer in Varanasi verbrannt und der großen Mutter übergeben wird, hat gute Chancen aus dem Kreislauf der Reinkarnation auszubrechen um ewige Erlösung zu erhalten. Aus diesem Grund reisen viele Pilger nach Varanasi, um ihre Angehörigen dort zu verbrennen, um deren Asche zu verstreuen oder um selbst dort zu sterben.

Soviel Einleitung sei erlaubt, um unsere Erlebnisse und Eindrücke von Varanasi, der Stadt des Lebens, nachvollziehen zu können:

Um 7 Uhr morgens kommen wir in Varanasi an, die letzte Nacht im Zug haben wir gut und lange geschlafen, doch die Vorfreude wird durch anhaltenden Regen getrübt. Nach Delhi jedoch ist der Regen im ersten Moment eine Wohltat. Wir verabschieden uns von Kazu und Taka, unseren japanischen Freunden aus dem Zug, und machen uns auf die Suche nach einer Autorikscha.
Varanasi hat ca. 1.2 Millionen Einwohner und die Strassen werden immer mehr zu kleinen verwinkelten Gassen, je näher man sich auf den Ganga hinbewegt. So können keine Rikschas bis zum Fluss fahren, und wir müssen unser Hotel auf den letzten Metern selber finden, werden aber mit eine wunderschönen Aussicht aus dem eigenen Innenhof belohnt, nachdem wir durchnässt 20 Minuten durch den Regen liefen.

Wir können genau auf die Ghats sehen, die heiligen Orte an denen die Puja (Gebete), die Reinigung im Ganges oder die Einäscherung stattfindet.
Im Hotel treffen wir auf Peter, einen Iren, welcher in der Botschaft in Delhi arbeitet und eigentlich mehr Interesse an Indien und Reisen hat, als an seiner Arbeit.
Dann ist da noch Bill aus London, ein Aussteiger voller Geschichten, der auch Buchautor und Filmemacher ist.

Da der Regen nicht aufhört, verbringen wir die Zeit im teilweise überdachtem Innenhof mit der traumhaften Aussicht, am Abend gehen wir mit den beiden zu der größten Puja, an der allabendlich der Fluß geehrt wird. Von vielen Touristen zu Boot und zu Land wird die Zeremonie verfolgt, bis am Ende der 45 minütigen Veranstaltung von vielen Hindus Blumen und schwimmende Butterkerzen ins Wasser gegeben werden.

Danach machen wir uns auf zum “Burning Ghat”, an welchem den kompletten Tag hindurch Leichen, eingehüllt in Leinentücher, verbrannt werden. Die Angehörigen kaufen zuvor das Holz aus einer Auswahl verschiedenster Arten, (Sandholz ist wohl das Edelste und Teuerste), die Leichen werden geweiht, mit Blumenschmuck versehen, und dann wird mit einer ziemlich exakt benötigten Menge Holz der Leichnam in aller Öffentlichkeit verbrannt und dem Fluss übergeben. Am Burning Ghat sehen wir ca. 6 gleichzeitige Verbrennungen, und obwohl es regnet, steigen lodernde Flammen hervor und verwandeln die Körper zu Asche.

Für uns Christen sind heilige Stätten auch immer ein Ort der Ruhe und inneren Einkehr, hier wird laut geredet, teilweise gesungen, und wenn ein Handy klingelt dann eben auch telefoniert. Touristen dürfen den Zeremonien beiwohnen, wir werden dauernd angesprochen ob wir nicht hier oder da etwas kaufen möchten, Massagen benötigen oder Ähnliches.
So interessant das ganze “Spektakel” auch ist, es hat einen faden Beigeschmack wie wir wie Gaffer um die brennenden Leichen am einem der für die Inder heiligsten Orte stehen. Es ist verboten Bilder zu schießen, und daran halten wir uns.

Leider hat der Ganges zur Zeit Hochwasser, und zwar so hoch dass einige Tempel nur noch zur Spitze aus dem Wasser ragen. Es heißt, zu Sonnenaufgang sei die Stimmung an den Ghats am Schönsten, und so befinden wir uns um 5:30 Uhr am nächsten Morgen auf einem der Boote, welche die Touristen an den Ghats vorbeifahren. Der Regen hat aufgehört, jedoch vermissen wir einige der Tempel die gestern noch aus dem Wasser ragten heute gänzlich, der Fluss hat weiter an Höhe gewonnen und verschluckt nun noch mehr Heiligtümer unter seinen Wogen.
Leider hängen die Wolken weiter tief, und unsere Kamera verweigert uns die Möglichkeit des Zoom und somit teilweise den Dienst, da offensichtlich in Delhis Straßen zu viel Staub ins Objektiv gekommen ist. Dennoch ist die Fahrt erstaunlich beeindruckend, vorbei an den sich waschenden Indern, allen Tempeln und den Einäscherungen. Wieder steigt das leicht ungute und peinliche Gefühl auf, ähnlich in einem Zoo die “Anderen” zu beobachten, zumal wir nicht das einzige Boot voller Touristen sind.
Jedoch setzt danach der Regen wieder ein, wir entscheiden uns für eine weitere Nacht in Varanasi und machen uns auf zum Bahnhof, um Zugtickets für den nächsten Tag zu kaufen.
Die 6km mit der Autorikscha sind wie schon in Delhi abenteuerlich und wir mussten etwas (ca. 30 min) suchen bis wir einen Fahrer fanden der unseren Preis (ca. 75 Cent) akzeptierte, aber hier ist es gefühlt noch lauter und stickiger als in Delhi.
Den Nachmittag verbringen wir auf dem Basar und treffen dort zufällig auf Kazu, mit welchem sich Patrick für 16 Uhr am Meer Ghat verabredet, um die einmalige Chance zu ergreifen, einmal im Leben im Ganges zu baden!

Für die Inder ist das Baden im Ganges seelenreinigend, und Ihre Körper sind an die Bakterien im Wasser gewöhnt. Messungen haben ergeben, dass nicht die Einäscherungen für die Verunreinigungen verantwortlich sind (nur zu 5 %), sondern die 116 Städte, die Ihre Abwässer ungeklärt in den Fluss geben — allein in Varanasi an 32 Stellen. Pro Liter kann der Ganga mit 1.5 Millionen Fäkalbakterien aufwarten, für uns Europäer sind bis zu 500 Bakterien unbedenklich und nicht gesundheitsschädlich!
Wenn das mal keine Mutprobe ist! Sollte Patrick je wieder geboren werden, so hofft er beim Anblick auf das Wasser zumindest darauf, nicht als Fisch im Ganges zur Erde zurück zu kehren. Überall sieht man Blumen und verbrannte Kohle auf der Oberfläche, ansonsten sieht man keinen Zentimeter tief durch die braune Brühe.
Für die körperliche und vor allem seelische Reinigung ist es notwendig, seinen Kopf fünf mal unter Wasser zu tauchen. Nach einigen Minuten Minuten im Wasser und allen fünf Tauchgängen kommen Patrick und Kazu befreit aus dem Ganga, das Wasser war angenehm warm und die Erfahrung war es wert!

Am Abend wohnen wir gemeinsam mit Kazu wieder einer Puja bei. Später bei unseren ersten Bieren in Indien (Inder trinken kaum Alkohol und deshalb ist er auch sehr schwer zu bekommen) werden Peter und Bill ob der Taten und Erzählungen durch Patrick und Kazu angestachelt und verabreden sich mit uns für den nächsten Morgen, um selbst im Ganges zu baden.

Punkt 7 Uhr morgens waren wir vier wie vereinbart am Ganges und Anita und Patrick machten für die beiden Badenden die Beweisfotos. Über Nacht hatte es stark gewittert, und das Wasser war über Nacht erneut um 150 cm gestiegen. Patrick und Kazu hatten am Tag davor also noch einige Stufen tiefer gestanden.
Erst gegen Mittag kommt zum ersten mal in Varanasi Sonne statt Regen zum Vorschein und direkt wird es wieder schwül und heiß.

Alles in allem war Varanasi laut, spirituell, aber durch das Hotel mit dem ruhigen Innenhof doch ein kleiner Quell der Erholung, welche nach Delhi oder einem Spaziergang durch die kleinen Gassen Varanasi’s, die ein bisschen an Venedig erinnern, sehr nötig war.

Wir kauften uns dort auch noch eine neue Kamera, leider haben wir immer noch Probleme mit dem Internet und Hochladen der Fotos, aber es kann nur besser werden.
Wer versucht uns per SMS zu erreichen kann unter Umständen auch länger auf Antwort warten, da Patrick drei Tage lang gar kein Netz hatte.

Übrigens: Natürlich hat uns der erwartete Reisedurchfall schon lang erwischt, und durch die vielen Klimaanlagen hat Patrick eine leichte Erkältung. Jedoch ist es noch nicht so schlimm als das wir bettlägerig wären.

Jetzt sitzen wir im Zug nach Agra, der touristischsten Stadt Indiens, und vielleicht fahren wir noch am gleichen Tag weiter zu unserer nächsten Station. Wir lernten am Bahnsteig noch kurz Flavia und Fabio aus Rom und Amy aus China kennen, haben diesmal aber kein Abteil sondern Einzelkabinen zum Schlafen, was uns zur Abwechslung sehr gefällt.

Eigentlich gibt es noch weit mehr Geschichten zu erzählen, aber auch diesmal ist der Text lang und Euch als Leser gilt unser Dank, all das hier mit zu verfolgen! Bisher gab es durch das Bad im Ganges auch noch keine zu erkennenden gesundheitlichen Nebenwirkungen, nur Patrick’s Aura leuchtet jetzt ein bisschen heller.